Die Würde des Wartens

Es gab eine Zeit, da lag zwischen der Welt
und dem Ort, der uns heute gefangen hält,
ein schmaler Korridor, ein physischer Raum,
ein leises Signal wie ein wacher Traum.
Das Netz war kein Ozean, in dem man ertrinkt,
kein …

Lyrik für leise Momente.

Lyrik für leise Momente.

Es gab eine Zeit, da lag zwischen der Welt
und dem Ort, der uns heute gefangen hält,
ein schmaler Korridor, ein physischer Raum,
ein leises Signal wie ein wacher Traum.
Das Netz war kein Ozean, in dem man ertrinkt,
kein …

Es gibt eine Stille,
die nicht leer ist.
Sie ist nicht die Abwesenheit von Geräuschen,
sie ist eine Wand aus dickem, grauem Samt,
die sich langsam zwischen mich
und das Leben geschoben hat.
Stellt euch vor, die Welt wäre ein …

In der Dunkelheit der Nacht,
wenn die Sterne flüstern,
und die Straßen sich leise verneigen,
durchstreife ich die Stille.
Die Laternen flackern wie müde Seelen,
ihre warmen Schimmer streicheln mein Gesicht,
während die Stadt schläft,
eingehüllt in ein zartes Tuch …

Es beginnt immer mit einem Geräusch.
Nicht laut.
Nicht wichtig.
Nur ein kaum hörbares Knacken,
wie wenn ein Gedanke im Kopf beschließt,
dass er jetzt nicht mehr sitzen bleibt,
sondern aufsteht,
den Stuhl zurückschiebt
und sagt:
„So. Jetzt reicht’s.“
Und …

Ich komme nicht aus dem Norden.
Leider.
Das ist keine Entschuldigung, kein Bekenntnis, kein Versuch, mich kleinzumachen.
Es ist einfach eine Tatsache, die im Raum steht wie ein alter Leuchtturm: unbeweglich, unaufgeregt, unkommentiert.
Ich bin keiner von denen, die schon …

Es schleicht sich nicht auf Zehenspitzen heran, es ist einfach da – wie ein Nebel, der sich unmerklich über die vertrauten Dinge legt, bis die Konturen der Welt verschwimmen und man selbst bewegungslos auf der Bettkante sitzt. Man sagt, Einsamkeit …

Es ist laut hier drin.
Es ist so unendlich laut.
Nicht nur hier in diesem Raum, nicht nur auf dieser Bühne, unter diesen Lichtern, die in meine Augen schneiden wie kleine, grelle Glassplitter. Es ist laut in der Welt. Es …

Wenn Berührung fehlt, beginnt das Flüstern.
Es beginnt dort, wo Stille nicht mehr nur Stille ist,
sondern ein feiner Rand, an dem etwas vibriert.
Ein kaum hörbarer Satz, der sich nicht traut, ein Wort zu werden.
Ein Atemzug, der sich …

Manchmal ist die Welt so laut, dass wir verlernen, das Schweigen zu buchstabieren.
Wir füllen die Leere mit Smalltalk, mit dem Klirren von Gläsern und dem fahlen Licht unserer Bildschirme.
Wir feiern, wir trinken, wir lästern – wir bauen Mauern …

Es hat gedauert. Lange. Überreif ist gar kein Ausdruck.
Das hier ist keine Rache, das ist eine Inventur der Scherben.
Vergessen? Funktioniert nicht.
Verdrängen? War mein Vollzeitjob.
Ich war der Weltmeister im „Mit-mir-selbst-Ausmachen“.
Ein einsamer Wolf im digitalen Schafspelz.
Ich …

Manchmal ist das Schwerste nicht das Gehen.
Das Schwerste ist das Stehenbleiben, während die Welt sich einfach weiterbewegt,
als wäre nichts passiert.
Als wäre da keine Lücke im Gefüge, groß wie ein Kontinent.
Als wäre die Luft nicht plötzlich dünner …

Es gibt diese Nächte,
in denen die Welt so still wird,
dass du plötzlich hörst,
wie laut dein eigenes Inneres ist.
Nichts lenkt dich ab.
Nichts hält dich fest.
Nur du
und die Gedanken,
die du tagsüber wegschiebst,
weil sie …